Ich frage mich, was kann ich als "Otto Normalverbraucher" tun, um diesem Wahnsinn nicht auch noch durch mein Konsumverhalten, meine Investments etc. Vorschub zu leisten. Außer einem resignierenden Achselzucken war da nicht viel . . .. Aber Dokumentarfilme wie "Darwins Nightmare" (Hubert Sauper) oder "We feed the World" (Erwin Wagenhofer) haben mich aus meiner jahrzehntelangen Lethargie aufgerüttelt. Wir haben keine Chance, aus diesem marktwirtschaftlichen System auszubrechen - aber als Konsument haben wir die Macht, zu bestimmen, w i e und w a s wir konsumieren!

Gutmensch & Co.

„Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren.

Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ 1)

 

 

 

1) Jean Ziegler in "We Feed The World"

Themen

(Gen)soja ...die Wunderbohne...

Sojaanbau bedroht Indígenas ...Platz machen für Soja ...

 

Wie kommt der Hunger in die Welt?

Warum schaffen wir hochzivilisierten, marktwirtschaftlich orientierten Menschen es nicht, unseren enormen Überfluss mit Völkern zu teilen, mit denen wir seit Jahrhunderten Handel treiben und deren Land wir - ebenfalls seit Jahrhunderten - für die Erschließung unseres Reichtums ausbeuten. Es ist offensichtlich, dass die reichsten Menschen dieser Erde es nicht mehr schaffen, ihre Reichtümer sinnvoll auszugeben. Warum geben sie dann nicht diesen Teil ihres Reichtums an die ab, die es bitter nötig hätten und verhungern müssen? Noch dazu ist die systematische Verknappung der lebenswichtigen Güter - wie sie z.B. durch die Privatisierung der Wasserquellen entsteht - Teil eines fatalen Prozesses, der ja von den Kosmokraten beabsichtigt ist. Sie gehen buchstäblich "über Leichen" wenn man liest, dass sich die kleinen Bauern in den Entwicklungsländern das von den Grosskonzernen patentierte Saatgut nicht mehr leisten können. Und die Preise, die sie für ihre Produkte erzielen, sind durch die niedrigen Weltmarktpreise der aus der "ersten" Welt importierten Waren derart ruiniert, dass ein Überleben für sie unmöglich ist.

Beispiel Brasilien

Warum müssen im Schwellenland Brasilien Menschen verhungern, obwohl auf den gerodeten Regenwaldflächen im südlichen Amazonien seit Jahrzehnten riesige Sojaplantagen gigantische Mengen an Eiweißfutter für europäische Tierfabriken produzieren? Ganz abgesehen von der enorm ungünstigen Ökobilanz, die den Einsatz dieses Sojaschrotfutters, das ja um den halben Globus transportiert werden muss, erzeugt - es könnte im eigenen Land die im Norden hungernde Bevölkerung mehrfach ernähren!

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(Gen)Sojaanbau2)

Soja ist das wichtigste Agrarerzeugnis Brasiliens. Die „Wunderbohne“ steht in Brasilien weiterhin auf Expansionskurs, nicht zuletzt aufgrund der Möglichkeit, Biodiesel auf Soja herzustellen. Sojaanbau ist eine kapitalintensive Landwirtschaft, die nur im großflächigen Anbau wirtschaftlich betrieben werden kann. Dementsprechend verdienen an Soja vor allem große agroindustrielle Betriebe, während die kleinbäuerliche Familienwirtschaft das Nachsehen hat. Die Sojaexpansion verstärkt die bestehenden Konflikte um Land, Vertreibungen und illegale Landnahme. Der Anbau von Grundnahrungsmitteln geht zurück. In den letzten Jahren drang der Anbau von Soja immer weiter in das Amazonasgebiet vor.

Während seiner Amtszeit leistete Lula zunächst mit der Freigabe des Verkaufs gentechnisch veränderter Soja im Juni 2003, dann mit der Freigabe gentechnisch veränderten Saatgutes zur Aussaat Ende 2003 und schließlich 2005 mit dem neuen Gesetz zur Biologischen Sicherheit der Gentechnik enormen Vorschub. In seiner jetzigen Form ebnet das Gesetz endgültig den Weg für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Brasilien. Die Folgen für die Landwirtschaft sind gravierend. Vor allem kleinbäuerliche Betriebe geraten zunehmend in Abhängigkeiten und Existenznot. Sie können sich die Zahlung von Patentrechten und Nachbaugebühren an die Saatguthersteller nicht leisten und sind auf die Aussaat einbehaltener Samen angewiesen. Auch der Anbau von Gensoja dringt immer weiter nach Norden vor.

2) KoBra

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Sojaanbau bedroht Indígenas 3)

Die Organisation Survival International kritisierte, dass die Enawene Nawe, eine sehr isoliert lebende Indigenengemeinde im Amazonasgebiet, ihr Land an Sojaplantagen verliere, während der brasilianische Präsident Inácio Lula da Silva einen Staatsbesuch in Großbritannien absolviere. Die Indigenen aus dem Bundesstaat Mato Grosso müssten ihr Land verlassen, um Platz für Sojaplantagen zu schaffen, deren Produktion nach England geliefert werde. Das Land werde abgeholzt und für die Plantagen und Viehzucht genutzt.

Blairo Maggi, Gouverneur des Bundesstaates Mato Grosso und Besitzer des Sojakonzerns Amaggi, plant den Bau von Wasserkraftwerken auf den Ländereien der Indígenas, um Energie für die Sojaindustrie zu produzieren. Maggi, einer der weltweit größten Sojaproduzenten und Gouverneur von Mato Grosso übt Druck aus, damit das Land der Indígenas nicht anerkannt wird. In Großbritannien kamen im Jahr 2004 75 Prozent des importierten Sojas aus Brasilien. Es gibt allerdings keine Möglichkeit, Soja aus dem Amazonasgebiet von Soja aus anderen Regionen Brasiliens zu unterscheiden.

Mit der isoliert lebende Gemeinschaft der Enawene Nawes wurde erstmals 1974 Kontakt aufgenommen. Sie verfügt über nur 420 Mitglieder. Die Enawene Nawe sind eines der wenigen indigenen Völker, das es noch gibt. Sie ernähren sich von Honig und Fischen, die durch den Bau dichter Wehre in den Flüssen gefangen werden.

Präsident Lulas Wahlprogramm beinhaltete deutliche Versprechen für die Rechte der Indigenen. Brasilianische Indigenenorganisationen meinen jedoch, dass unter der Regierung Lulas die Gewalt gegen die Einheimischen angestiegen sei, die Demarkation ihrer Gebiete zum Stillstand gekommen sei und ihre gesundheitliche Situation sich verschlechtert habe. Niemals zuvor seien soviel Kinder an Unterernährung gestorben.

Kawarin, ein alter Mann der Enawene- Gemeinde, erklärte: "Das Land gehört den Yakitiri (den Ahnen). Sie sind die Besitzer der natürlichen Ressourcen. Wenn das Land unfruchtbar wird und die Fische sterben, werden sich die Yakitiri rächen und die Enawene Nawe töten."

Stephen Corry, Direktor von Survival International, erklärte: "Die Fanggebiete der Enawene Nawe sind noch nicht demarkiert. Sie sind unverzichtbar für die Indigenas und falls sie zerstört werden, wird ihr Leben enden und sie werden als Volk vernichtet sein. Die Regierung Lulas muss ihre Versprechen gegenüber den Indigenas einhalten und das Land der Enawene Nawe anerkennen, bevor es zu spät sein wird."

3) KoBra

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